Free Your Mind

 

In letzter Zeit erwische ich mich des Öfteren dabei, wie ich an die Zeit vor unseren Kindern denke. Eine Zeit, in der ich nur für mich selbst verantwortlich war und einfach so in den Tag hineinleben konnte. Was war das doch einfach, oder? Und ich finde, es ist okay, an diese Zeit zu zurückzudenken. Denn ja, natürlich war es vor den Kindern, ich nenne es mal „bequemer“. Das stimmt. Und es war eine tolle Zeit. Was hatten wir einen Spaß und wie oft war der Kühlschrank einfach mal ein paar Tage leer ;-)?

 

 

Wichtiger ist jedoch warum ich an diese Zeit zurückdenke und offen gestanden, mir manchmal auch einen solchen „einfachen“ Tag zurückwünsche. Nur für einen Tag. Urlaub vom Leben sozusagen. Ich mache mir das Leben oft selber schwer, das weiß ich. Weil ich in allem was ich tue annähernd perfekt sein will. Und mit dieser Eigenschaft habe ich es wirklich nicht leicht momentan. Aber ich bitte Euch. Perfekt? In einer Familie mit vier Kindern muss ich nicht perfekt sein und immer funktionieren. Das klappt einfach nicht. Und auch Ihr müsst nicht perfekt sein und Euch selbst unter Druck setzen. Das kann ich nämlich auch sehr gut. Ganz unbewusst, ohne es wirklich zu merken, nehme ich viel zu viele Einladungen, Pläne und Aufgaben an. Dabei ist es doch so wie es ist schon genug. Lasst Euer Ego nicht über Euch bestimmen und lasst es ruhig auch einmal etwas langsamer angehen.

 

Mit jedem Kind werden die Verpflichtungen und Aufgaben mehr. Die Termine, die Hobbys und auch die Freunde. Das ist auf der einen Seite natürlich befriedigend und schön, aber auf der anderen Seite kann es einen auch ziemlich in den sogenannten Freizeitstress versetzen. Allem gerecht zu werden erscheint fast unmöglich.

 

 

 

 

Darum ist es wichtig auch einmal Nein zu sagen.

 

Nein zu sagen ist keine Niederlage.

 

Nein zu sagen heißt Zeit zum Leben und stärkt das Selbstwertgefühl. 

 

Gerade in Kindergarten und in der Schule habe ich immer das Gefühl, wenn ich jetzt auch noch Nein sage, dann übernimmt gar keiner mehr diese Aufgabe und die Kinder müssen darunter leiden. Und vielleicht habt Ihr so wie ich sogar manchmal das Gefühl, es wird von einem erwartet Ja zu sagen. Und wenn ich doch Nein sage, dann bringt es vielleicht Unverständnis, Ablehnung und Kritik mit sich. Das Gleiche gilt auch für die Kinder. Viel zu oft sage ich „Ja klar, ich backe Euch schnell noch ein paar Waffeln.“ oder „Ja, ich wasche Dir das Oberteil eben durch, dann kannst Du es doch noch anziehen.“ oder „Na gut, wenn Ihr unbedingt wollt, fahren wir heute noch in den Wildpark anstatt im Garten zu spielen.

 

Das sind beliebige Beispiele von denen Ihr selber wahrscheinlich noch genug kennt.

 

Aber ich bin jetzt an einem Punkt angekommen, an dem ich weiß, dass es wichtig ist auch einmal Nein zu sagen. Und Ihr werdet sehen, es hat nichts mit Ablehnung, Herzlosigkeit oder damit zu tun Andere zu enttäuschen.

 

Nein zu sagen bedeutet sich Respekt zu verschaffen, die Selbstachtung zu steigern und sich selbst zu schützen.

 

Ihr werdet sehen, dass es auch zufriedener und glücklicher macht. Und natürlich kann ich auch noch Ja sagen, aber eben nicht immer. Und nicht an jedem Tag.

 

Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.

 

 

Eure Alexandra

 

 

4 thoughts on “Du bist gut so, wie Du bist // Warum es hilft auch einmal Nein zu sagen”

  1. Liebe Alex,

    ein schöner und sehr wichtiger Beitrag.
    Ich glaube, uns allen fällt es oft viel zu schwer „nein“ zu sagen. Doch woher kommt diese Hemmung?
    Diese Frage stellt sich mir persönlich ganz häufig. Warum fällt es mir oft schwer, nein zu sagen oder auch mal Grenzen aufzuzeigen.

    Ich habe deinen Beitrag sehr genossen. Danke dafür!

    Hab einen schönen Tag,
    Janina

    1. Liebe Janina,

      danke für Deine wohltuenden Worte und ich glaube, dass es wirklich vielen Frauen so geht. Wir haben doch keine Verpflichtung immer „Ja“ sagen zu müssen. Aber wir haben eine Verpflichtung gegenüber uns selbst. Und darum wird es Zeit umzudenken <3.

      Herzliche Grüße sendet,
      Alex

  2. Liebe Alex, oooh, wie gut ich das kenne. Nicht bei jeder zu vergebenden Aufgabe „Hier“ zu schreien, hab ich inzwischen recht gut gelernt. Aber meinen Kindern gegenüber fällt mir das Nein sagen immer noch schwer. Gerade heute morgen hatten wir den Fall, dass mein Jüngster bestimmte Schuhe mit in den Kindergarten nehmen wollte, um sie da anzuziehen. Kaum angekommen, haben wir festgestellt, dass wir sie vergessen haben. Die Bitte, die Schuhe doch noch schnell von zu Hause zu holen, habe ich dann abgelehnt und ihm das erklärt- mit der Folge, dass mich zwei Stunden lang ein schlechtes Gewissen geplagt hat, wieso ich ihm diesen kleinen Wünsch nicht einfach erfüllt habe. Aber dein Beitrag hat mir echt weitergeholfen, vielen Dank! Liebe Grüße, Anna

    1. Liebe Anna,

      das ist doch eigentlich das perfekte Beispiel und auch wenn es Dir verständlicherweise schwer fiel, bin ich mir sicher, dass Du es genau richtig so entschieden hast. Ich hätte genauso gehandelt ;-).

      Einen schönen Start ins Wochenende wünscht Dir,
      Alex

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