Tage vor Geburtstagen

Mit meinen Vorbereitungen fertig war ich eigentlich bereits gestern. Der Tag heute blieb mir, um mich zu erinnern. Die Erinnerungen sind noch so frisch, als hätte ich diesen Jungen gestern erst entbunden. Wie sehr haben wir uns auf unser viertes Baby gefreut. Zwei Jungen und zwei Mädchen. Ständig höre ich noch die Stimmen vor der Geburt: Das ist doch perfekt. Genau so wünscht man sich das. Doch ehrlichgesagt ist mir das alles ziemlich egal. Von mir aus hätten es auch vier Jungen oder vier Mädchen sein können. Wir sind gesegnet mit vier gesunden und glücklichen Kindern. Das ist für mich das, was zählt. Nicht mehr und nicht weniger.

 

Am 16. Januar 2016 war ich bereits in der Klinik, da die Geburt aufgrund meiner starken Venenbelastung im Bein eingeleitet werden musste. Noch habe ich nichts von der Einleitung gespürt, außer ein paar Wehen, die aber noch viel zu unregelmäßig kamen. Das reichte nicht für eine spontane Geburt und der Muttermund war auch noch fast geschlossen.

 

Am Morgen des 17. Januars 2016 telefonierte ich nach der dritten Einleitung mit meinem Mann, der die Kinder gerade zur Patentante vom Großen verabschiedet hat und noch „eben schnell saugen“ wollte. In Ordnung, sagte ich und legte auf. Doch irgendeine innere Stimme sagte mir, ruf ihn noch einmal an. Ich glaube, es geht los. Schließlich kam er schon fast zu spät zur Geburt von Charlotte damals 2012 (aber das ist eine andere Geschichte) und diesen Stress wollte ich uns nicht noch einmal antun. Darum habe ich ihn wieder angerufen, ihm gesagt, er solle das Saugen doch bitte lieber einfach sein lassen und direkt zu uns kommen. Ich glaube, unser Sohn möchte auf die Welt. Er ließ sofort alles stehen und liegen und fuhr in die Klinik. Sobald er ins Zimmer kam, sind wir herunter in den Kreissaal gegangen. Die Wehen kamen jetzt immer öfter und stärker. Es war ungefähr 9:30 Uhr am Morgen. Die Hebamme untersuchte mich kurz und schaltete direkt die Wärmelampe ein. Der Muttermund war bereits auf 8 cm geöffnet. „Jetzt kann es nicht mehr lange dauern„, flüsterte mein Mann mir ins Ohr. Und ja, die Wehen kamen immer stärker und häufiger. Ich kreiste das Becken zunächst vor dem Bett und legte mich dann relativ schnell auf die Seite. Der Mann hielt (wie bei jeder Geburt) meine Hand und ließ sie nicht mehr los. Als dann ein paar Minuten später der Arzt auch noch dazukam, wusste ich. Ganz bald schon werde ich meinen Sohn in den Armen halten. Und so war es. Ein paar Presswehen und Schreie später kam Johann Alexander um 11:03 Uhr gesund und voller Käseschmiere auf die Welt.

 

Die Welt stand still und ich atmete diesen Moment in mich hinein. Die ersten Schreie sind einfach das Schönste was es gibt auf der Welt. Diesen Moment kann man einfach nicht in Worte fassen und mir stehen auch jetzt wieder die Tränen in den Augen.

Tränen vor lauter Glück.

 

Lieber Johann,

seitdem Du bei uns bist, ist die Welt noch ein wenig bunter und schöner geworden. Du zeigst uns jeden Tag auf´s Neue wie sehr Du zu uns gehörst. Du bist ein Geschenk des Himmels und ich bin heute noch trunken vor Glück, Dich bei uns zu wissen.

Deine Mama

 

 

Der Geschenketisch ist fertig und ich freue mich auf den 1. Geburtstag unseres kleinen Johanns.

 

Eure Alexandra

 

 

 

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