Bereits seit einigen Jahren dekoriere ich unseren weihnachtlich gestalteten Jahreszeitentisch zu „Mariä Lichtmess“, dem Fest, das 40 Tage nach Weihnachten begangen wird, um. Solange darf die Weihnachtsdekoration gerne bei uns bleiben und uns erfreuen. Da habe ich auch gar kein schlechtes Gewissen, wenn der ein oder andere Stern noch am Fenster hängt oder die Weihnachtskrippe noch steht (und das solltet Ihr auch nicht ;-)). Doch jetzt allmählich darf die Weihnachtsdekoration für die nächsten Monate wieder auf dem Dachboden verschwinden und Platz machen für Licht, Frisches und Neues.

Das Fest der Darstellung des Herrn wird traditionell am 02. Februar in der katholischen Kirche gefeiert und in einigen Gemeinden und Haushalten ist es auch heute noch üblich die Weihnachtskrippe und den Weihnachtsbaum erst an diesem Tag aus den Räumen zu entfernen.


Zu Maria Lichtmess wird an das jüdische Reinigungsritual gedacht, dem sich Maria einst unterziehen musste: So galt eine Frau im Alten Testament laut jüdischen Gesetzen vierzig Tage nach der Geburt eines Sohnes als unrein und musste aus diesem Grund im Tempel ein Reinigungsritual mit Opfergaben (wahlweise eine oder zwei Tauben oder in besonders schweren Fällen sogar ein Schaf) über sich ergehen lassen.“ (www.vivat.de)

Historisch betrachtet ist das Fest in einer heidnischen Sühneprozession verankert. Die Kerzenweihe und die Lichterprozession standen im Fokus, weshalb der Tag auch „Mariä Lichtmess“ genannt wird. Bereits im 5. Jahrhundert in Jerusalem bezeugt, wurde „Mariä Lichtmess“ im 7. Jahrhundert in Rom eingeführt und zunächst am 14. Februar gefeiert. „An Lichtmess wurde der Jahresbedarf an Kerzen für die Kirchen geweiht, die Leute brachten auch Kerzen für den häuslichen Gebrauch zur Segnung, diese gesegneten Kerzen sollten vor allem in der dunklen Jahreszeit das Gebetbuch beleuchten, oder als schwarze Wetterkerzen Unwetter abwehren. Heute wird das früher bedeutende Fest nur noch selten wie früher mit einer Lichterprozession gefeiert. Lichtmess war bis 1912 auch ein offizieller Feiertag, nach diesem Tag begann die Arbeit der Bauern nach der Winterpause wieder. Als „Schlenkeltag“ war Lichtmess ein wichtiger Termin für Dienstboten: an Lichtmess wurde oft der Dienstherr gewechselt.“ (www.brauchtumsseiten.de)

Die Jahreszeitenuhr zeigt zwar noch deutlich auf Winter, doch draußen vor der Tür zeigen sich bereits die ersten Frühlingsboten. Die Schneeglöckchen ragen hier und dort ihre Köpfchen aus der Erde und auch das Tulpengrün lässt sich an der ein oder anderen Stelle bereits blicken. Die Tage werden allmählich wieder länger und lösen die langen dunklen Nächte langsam ab. Mariä Lichtmess liegt im astronomischen Jahreslauf genau zwischen Winter-Sonnenwende (21.12.) und Frühjahrs-Tag-und-Nachtgleiche (21.03.).

Bauernregeln: 

Ist’s zu Lichtmess mild und rein wird‘s ein langer Winter sein.

Lichtmess-Sonnenschein bringt großen Schnee herein.

Scheint zu Lichtmess die Sonne heiß, gibt‘s noch sehr viel Schnee und Eis.

Lichtmess trüb ist dem Bauern lieb
ist Lichtmess aber licht weicht der Winter nicht.

Wenn’s an Lichtmess stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit
ist es aber klar und hell, kommt der Lenz wohl nicht so schnell.

Lichtmess im Klee, Palmsonntag im Schnee.

Ich für meinen Teil freue mich auf jeden Fall auf den Frühling, auch wenn die Zeit bis dahin noch lang werden kann. Die ein oder anderen Frühlingsboten hole ich uns darum gerne schon einmal ins Haus und bin froh, dass die Tage allmählich wieder länger werden.

Geht es Euch auch so, dass Ihr langsam das Frühjahr herbeisehnt?

Eure Alexandra

One thought on “Mariä Lichtmess // Ursprung und Jahreszeitentisch”

  1. Ja, auf alle Fälle. Ich mag die dunkle Jahreszeit nach wegräumen der Weihnachtslichter gar nicht.
    Allerdings war bisher noch nicht viel Winter, es wäre also gut, wenn der nochmal kommt. Und nach deinen aufgeschriebenen Bauernregeln müsste der tatsächlich nochmal los legen.
    Nach den Wetterprognosen sieht das anders aus. Viel zu hohe Temperaturen (bis 14 Grad in den letzten Tagen) und kaum Niederschläge. Wenns in Sachsen so bleibt, haben wir viel zu wenig Wasser, die Pegelstände der Flüsse sinken.
    Vielen Dank für die Zusammenfassung des Brauchtums, da wir evangelisch sind, spielt Lichtmess für uns kaum eine Rolle.

    Wie gehts dir denn so mit deinem Bauchbewohner?

    LG von TAC

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