Noch ist es tagsüber recht warm und viele Insekten und Vögel schwirren im Garten herum. Dennoch ist es langsam an der Zeit sich Gedanken darüber zu machen, was wir für den kommenden Herbst und Winter im Garten noch alles tun sollten. Für viele Gartenbesitzer ist klar, kommt der Herbst, müssen sie ran an die Werkzeuge, Rasen erneuern, eventuell neue Beete anlegen für das nächste Jahr, auf jeden Fall ist noch lange kein Ende der Gartensaison in Sicht.

Wir leben zwar städtisch, aber mitten im Grünen. Unser Garten ist gefühlt riesig und gerade im Herbst heißt das für uns eine Menge Arbeit. Arbeit, die Spaß macht und bei der alle anpacken können.

Egal wie groß oder klein Euer Garten ist, mithelfen kann jeder. Mit den folgenden 15 Tipps und Hinweisen können wir alle etwas für die Natur und Tierwelt direkt vor unserer Haustüre tun.

  1. Nistkästen reinigen: nachdem die Jungvögel die Nester bereits alle verlassen haben, wird es Zeit die Nistkästen für die nächste Saison zu reinigen.
  2. Reisig- und Totholzhaufen anlegen: Wenn Ihr auch einen insektenfreundlichen Garten haben möchtet, solltet Ihr unbedingt für den Herbst und Winter einen Totholzhaufen für Nützlinge anlegen. Es dient vielen Tieren als Winter- und Schlafquartier. Ihr lockt dadurch die unterschiedlichsten Tierarten an und Euer Garten wird um Einges interessanter und nützlicher. Die Nützlinge sind die natürlichen Feinde von vielen unerwünschten Tierarten im Garten. Auf diese Weise stellt sich leichter ein Gleichgewicht zwischen Nützlingen und Schädlingen im Garten ein.
  3. Laubhaufen anlegen: Nicht nur Igel fühlen sich im Laubhaufen wohl: Auch Spinnen, Käfer, Molche, Raupen und Falter finden dort einen willkommenen Unterschlupf. Falls Ihr Euren Garten trotzdem etwas „aufräumen“ möchtet, entsorgt das Laub nicht, sondern schiebt es einfach in einer Ecke zusammen. Die Natur freut sich darüber.
  4. Laub als Mulch unter und zwischen den Pflanzen liegen lassen: Vor ein paar Jahren hätte es mich noch gestört, doch mittlerweile bin ich schlauer. Das Herbstlaub darf und sollte auf jeden Fall als Schutz ins Beet und unter Gehölze. Das hilft den Bodelebewesen und verhindert den Unkrautwuchs. Weithin schützt es kälteempfindliche Stauden. Aber Achtung: viele mediterrane Gewächse, wie Salbei z.B. mögen kein Laub.
  5. Verblühte Stengel stehen lassen: Wer seinen Garten als Naturschutz betreiben möchte, sollte unbedingt verblühte Stengel stehen lassen. Diese erfüllen für die Tierwelt eine wichtige Funktion. Viele Insekten überwintern in den Stängeln von verblühten Stauden. Zudem suchen die Vögel zwischen Verblühtem nach Essbarem.
  6. Zwiebeln von Frühblühern setzen: Blumenzwiebeln sollten schon im Herbst in den Boden. Die Herbstzeit ist Pflanzzeit von Blumenzwiebeln, solange es noch nicht friert. Diese Pflanzen brauchen den Kältereiz, ansonsten treiben sie nicht aus.
  7. Ein Igelhaus bauen: Im Herbst benötigen Igel einen Unterschlupf, indem sie Winterschlaf halten können. Ein dichter Laubhaufen oder ein Holzstapel an einem ruhigen Ort. Oder Ihr baut ein Igelhaus selber aus z.B. einer alten Obstkiste, Dazu könnt Ihr z.B. ein Igelhaus selber bauen, aus Holz oder aus Steinen.
  8. Gehölze pflanzen: Auch wenn viele Pflanzen im Herbst ihr Laub abwerfen, können an frostfreien Tagen bis Anfang Dezember viele robuste winterharte Stauden und Gehölze gepflanzt werden.
  9. Stauden teilen: Stauden sind durch Teilung leicht zu vermehren. Sie leben unglaublich lange und treiben jedes Jahr wieder auf´s Neue aus. Für viele Stauden ist das Teilen wie eine Frischzellkur. Durch das Teilen wird der Austrieb angeregt.
  10. Samen ernten, sammeln und tauschen: Im Herbst ist genau der richtige Zeitpunkt um Blumensamen aus dem eigenen Garten zu sammeln. Sind die Blüten verwelkt, setzt die Pflanze ihre Samen ab. Für den Start sehr gut geeignet sind Frauenmantel, Stockrose oder auch Akelei. Wichtig ist, dass die Samen trocken sind. Besonders viel Spaß macht es dann mit Freunden, die wieder andere Samen im Garten gesammelt haben, zu tauschen.
  11. Gehölze schneiden: Ein Gehölzschnitt kann wahre Wunder bewirken. Er ist die Grundlage für ein langes und kraftvolles Leben. Wie welcher Baum beschnitten werden muss, da solltet Ihr Euch im Einzelnen schlau machen.
  12. Pflanzen für die Gründüngung aussäen: „Als Gründüngung bezeichnet man den Anbau von Pflanzen, die den Boden begrünen und gründlich durchwurzeln. Das Wort „Gründüngung“ führt dabei etwas in die Irre, denn die eigentliche Düngung – die Anreicherung des Bodens mit Nährstoffen – ist nur ein Nebeneffekt.“ „Die Gründüngungspflanzen lockern mit ihrem tief reichenden Wurzelsystem selbst schwere, verdichtete Böden bis in tiefe Schichten und machen ein Umgraben überflüssig. Außerdem liefern die nach dem Abhacken oder Abfrieren zurückbleibenden Pflanzenreste reichlich Futter für Regenwürmer und andere humusproduzierende Bodenlebewesen.“
  13. Futterspender bauen und aufhängen: Wenn im Herbst alles abgeerntet ist, haben viele Vögel Probleme ausreichend Futter zu finden. Gerade Energie benötigen sie aber für den kommenden Winter. Dazu könntet Ihr extra Vogelfutter herstellen (bspw. mit unserem leichten Rezept klick) und an Bäume hängen.
  14. Nisthilfen für Insekten bauen: Insektenquartiere und Nisthölzer lassen sich ganz einfach selber herstellen. Hier beim NABU (*Werbung ohne Auftrag*) klick findet Ihr eine ganz leichte Anleitung.
  15. Bei der Stunde der Wintervögel mitmachen (klick hier). Gemeinsam im eigenen Garten Vögel beobachten, zählen und aufschreiben.

Ich bin davon überzeugt, wenn wir alle nur ein paar Tipps und Hinweise beachten und in die Tat umsetzen, verhelfen wir damit einer ganzen Menge Tiere und Pflanzen gesund und munter über den Winter zu kommen.

Große Dinge beginnen oft klitzeklein.

Die Natur wird es Euch danken.

Eure Alexandra

3 thoughts on “Gartentipps für den Herbst und den Winter // DIY Nature”

  1. Hallo Alex,

    vielen lieben Dank für die tollen Tipps und Ideen 🙂 mich interessiert besonders das Igelhaus obwohl die Igel schon bei uns in der Hecke ihren Platz haben.
    Habe aus Interesse mal im Internet geguckt und da gibt es sowohl Bausätze als auch fertige und niedliche Igelhäuser.
    Bitte berichte uns ruhig mehr über deine Kenntnisse vom NABU

    1. Liebe Ann-Karthrin,

      danke für Deine Nachrichten und Dein Feedback. Wie schön, dass Dich das Thema auch so interessiert. Und, na klar, dann werde ich in Zukunft gerne noch etwas mehr von unseren Kenntnissen als Naturtrainer berichten. Das macht riesig Spaß.
      Vor allem die Futteridee für die Eichhörnchen im Kindergarten finde ich ganz ganz toll.

      Viele Grüße,
      Alexandra

  2. Ach und was mir auch noch einfällt ist, dass es auch Futterspender für Eichhörnchen gibt. Haben wir bei unserer Kita, weil es dort immer ein zwei Eichhörnchen gibt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.